Daft Punk – One More Time (2000)

Daft Punk landeten mit „One More Time“ im Jahr 2000 ihren ersten Superhit.

Das spaßige Video nahm Einhörner aka Unicorns vorweg. Der verfremdete Gesang und das lyrische Bekenntnis zur ausgelassenen Feier passen bei diesem Track perfekt zusammen.

Noch dazu verstecken sich die Künstler hinter futuristischen Masken. Auch das nehmen Daft Punk späteren Superstars wie Deadmau5 und Marshmello vorweg.

French-House vom Feinsten

Die wahre Größe des fünf Minuten French-House-Songs zeigt sich auch darin, dass „One More Time“ immer noch wie gerade erst geboren klingt. Selbst für heute Hörgewohnheiten ist der Song frisch. 123 Beats pro Minute geben bei der Maxi-Version den Takt vor.

Nach ungefähr 20 Jahren hat „One More Time“ nichts verstaubtes an sich. Grund genug, die Geschichte dieser Nummer etwas genauer zu erkunden.

Textlich dreht sich bei „One More Time“ alles um das Gefühl, noch einmal und wieder, wieder feiern zu wollen.

Aus dem Englischen übersetzt bedeutet „One More Time“ so viel wie „noch einmal“. Vielleicht sind Drogen im Spiel, wir wissen es nicht so genau. Aber genau jetzt, genau hier steigt die Party.

Dieses Lebensgefühl haben erst wieder die Black Eyed Peas mit „I Gotta Feeling“ einfangen können. Im Jahr 2009 gelang ihnen damit so ein Song, der den Lifestyle von Nachtmenschen so kompakt zusammenfasst.

Autotune: Der Cher-Effekt

Autotune war eines der Zauberworte, mit denen Daft Punk ihren ganz eigenen Sound prägten. Eigentlich wird Autotune im Tonstudio dazu benutzt, bei unsicheren Vokalisten Ungenauigkeiten auszubügeln.

Daft Punk begriffen diese Technik als Möglichkeit den Gesang absichtlich zu verfremden.

Vielleicht wollten sie auch den Gesang hinter einer Maske verstecken, um ihr anonymes Image zu bewahren. Aber das ist vermutlich etwas weit hergeholt. Schließlich ist nur der Sänger Anthony „Romanthony“ Moore zu hören. Und von ihm stammt auch die Idee Autotune zu verwenden.

Produzenten nennen diese Vorgehen auch den Cher-Effekt, weil Cher als Gesangs-Diva damit den Hit „Believe“ landete. „One More Time“ brachte den Autotune-Sound an die jüngere Generation.

Gold, Platin, Grammy und Dance Music Award

Apropos Hits: Eine Million Mal ist „One More Time“ ganz sicher allein als Single verkauft worden. Die Statistik verzeichnet Platz Eins in den Charts in Kanada und Portugal. In Großbritannien reichte es für den zweiten Platz und in Deutschland immerhin für Platz Sieben.

Der Verkaufserfolg zog zwei Ehrungen der Musikindustrie nach sich. „One More Time“ gewann sowohl den Dance Music Award als auch den Grammy Award in der Kategorie Beste Dance-Aufnahme.

Wo massenhaft Platten verkauft werden, wird viel Geld verdient. Da möchte natürlich jeder gerne profitieren. Schließlich schreiben wir das Jahr 2000. Spotify und Youtube existieren noch nicht.

In der Szene kursiert deshalb die Diskussion darum, welche Rolle ein vermeintliches Sample von „Put a Spell on You“ für den Erfolg von „One More Time“ gespielt haben könnte.

Haben Daft Punk den Song geklaut?

In der französischen Discoszene gab es nämlich Ende der 1970er Jahre einen Song von M. Diggo featuring Eddie Johns namens „Put a Spell on You“. Später veröffentlichte Eddie Johns eine eigene Version unter dem Namen „More Spelll on You“.

Der treibende Beat und die Loops klingen ziemlich bekannt, wenn man ihnen „One More Time“ gegenüberstellt.

Wobei Daft Punk weder bei Eddie Johns um Erlaubnis gefragt haben den Song zu samplen. Noch haben sie M. Diggo oder Eddie Johns in den Song-Credits aufgeführt.

Bei ihrem Welthit verneinten sie anfänglich, die Nummern aus den Siebzigern vorher überhaupt gekannt zu haben.

Solche Auseinandersetzungen enden meist mit einem riesigen Streit vor Gericht. Fakt ist, dass jedes Sample beim Original-Autor lizenziert werden muss.

Beides ist bei „One More Time“ offensichtlich nicht passiert.
Wieso äußern sich beide Seiten nicht mehr? Und warum verzichtet Eddie Johns auf sein gutes Recht? Schließlich sind die Gemeinsamkeiten beider Songs nicht von der Hand zu weisen.

Wenn man den Gerüchten in den Untiefen des Internets glauben mag, haben sich die Parteien außergerichtlich geeinigt. Und so verschwand der Streit darum, wer die geniale Melodie im Bläser-Stil erfunden hat, schnell wieder von der Bildfläche.

Wahrscheinlich haben auf diese Weise sowohl Eddie Johns als auch Daft Punk am meisten profitiert.

Also noch ein Mal: One More Time

Zurück von der rechtlichen Kniefieselei zum Zauber der Partynacht. Jetzt regieren wieder die Discolichter. Und der nächste Morgen ist ganz weit weg.

„One More Time“ ist einer dieser Songs, der wohl für immer zum Repertoire einer geilen Party gehören wird. Spätestens wenn du das hymnische Intro hörst, wird dich die Musik magisch in Richtung Tanzfläche ziehen. Diese Nacht ist noch nicht vorbei, das ist sofort klar.

Das Lied bleibt eine Pionierleistung, der die Arbeit hinter den Kulissen nicht anzuhören ist. Dieser Track animiert und inspiriert jetzt schon die nächste Generation.

One More Time: Lyrics/Songtext

One more time we’re gonna celebrate
Oh yeah all right don’t stop the dancing
One more time we’re gonna celebrate
Oh yeah all right don’t stop the dancing

One more time we’re gonna celebrate
Oh yeah all right don’t stop the dancing
One more time we’re gonna celebrate
Oh Yeah don’t stop the dancing

One more time you know I’m just feelin‘
Celebration
Tonight
Celebrate
Don’t wait too late
We don’t stop, you can’t stop
We’re gonna celebrate

One more time
One more time

One more time a celebration
You know we’re gonna do it right
Tonight, just feeling
Music’s got me feeling the need
We’re gonna celebrate
One more time
Celebrate and dance so free
Music’s got me feeling so free
Celebrate and dance so free
One more time

Music’s got me feeling so free
We’re gonna celebrate
Celebrate and dance so free
One more time

Auf einen Blick
Daft Punk – One More Time
Jahr: 2000
Autoren: Anthony Wayne Moore, Guy-Manuel de Homem-Christo, Thomas Bangalter
Videoclip: aus dem Film „Interstella 5555 – The 5tory of the 5ecret 5tar 5ystem“
Nominierungen: Grammy Award – Beste Dance-Aufnahme
Plattenlabel: Virgin

Menü schließen